Mittelmeerkreuzfahrt: Zadar

 

Warum die Organisatoren der AIDA die Stadt Zadar ins Programm genommen haben ist mir schleierhaft. Vielleicht liegt es an sagenhaften Ausflugsmöglichkeiten im Umland. Denn die Altstadt von Zadar ist einfach nur langweilig.

 

Immerhin „parkt“ die AIDA direkt am Rande der Altstadt, sodass der Fussweg nicht sehr weit ist. Eine längere Anreise per Bus wäre bei dem schmalen Sehenswürdigkeitenangebot sehr ärgerlich gewesen.

 

 

 

 

Gleich am Hafenkai erwartet uns eine der wenigen Attraktionen. Hier hat jemand in 2005 eine Wasserorgel gebaut. Das Meerwasser wird durch die Wellen in Rohre gedrückt, die in Orgelpfeifen enden. Klingt mysteriös und schauderhaft.

 

Wir gehen weiter über ein altes Forum der Römer zur Hauptgasse der Altstadt, die wir ein wenig Richtung Südosten entlang flanieren.

 

 

 

Am Ende der Gasse befindet sich ein schöner Park, den wir einmal umrunden, dann geht es langsam in Richtung Nordwesten zurück. Kurz vor dem Schiff pausieren wir in einem Restaurant und essen Pizza. Schließlich stand Zadar lange unter dem Einfluss von Venedig und den Italienern, da muss man auch diesen Teil der Kultur bewundern.

 

Letztendlich sind wir früh an Bord zurück. Außer einer altromanischen Kirche gab es neben den genannten Sehenswürdigkeiten nichts Spektakuläres zu bewundern. So genießen wir die Zeit an Deck, das übliche eben. Lesen, Faulenzen. Später Abendessen und dann Abendprogramm.

 

Morgen ist Venedig dran. Darauf freuen wir uns alle am meisten.

 

 

 

 

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Mittelmeerkreuzfahrt: Dubrovnik

 

Dubrovnik ist ein echtes Highlight auf dieser Reise und zeichnet sich vor allem durch die sehr gut erhaltene wunderschöne Altstadt aus. Sie liegt innerhalb einer Festung direkt am Hafen und ist komplett von einer hohen Stadtmauer umgeben. An mehreren Seiten der Festung gibt es Stadttore, wo man heute noch den Zugbrückenmechanismus sehen kann.

 

 

 

Innerhalb der Stadtmauern ziehen sich winzige Gassen zumeist rechtwinkelig durch die Stadt. Eine etwas breitere Straße, ehemals ein Kanal, führt vom Haupttor bis zum Hafentor. Vor den Kirchen gibt es kleine Plätze. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie die Stadt vor einigen hundert Jahren ausgesehen haben muss, denn die Kulisse wird sich kaum verändert haben.

 

 

 

Das einzige, was mit Sicherheit anders ist: es gibt im Prinzip nur noch Restaurants, Schmuck- und Souvenirläden. Die gesamte Altstadt ist gänzlich auf den Tourismus ausgerichtet. Angeblich wohnen nur noch 900 Menschen in der Altstadt, der Rest wohnt im Umland.

 

 

Wir laufen erst eine Runde entlang der Außenmauern der Altstadt und gelangen durch Zufall über eine 1 Meter breite Gasse zu einer Terrasse auf Felsklippen gerade eben außerhalb der Stadtmauern. Bestimmt ein ehemaliger geheimer Fluchtweg. Wir setzen uns auf die Terrasse eines Cafés und genießen den sagenhaften Ausblick auf die Bucht vor Dubrovnik. Sehen Segelyachten, Ausflugs- und Glasbodenboote an uns vorbeiziehen. Die Bucht hat so glasklares Wasser, dass im Hafen unzählige Anbieter Touren mit Glasbodenbooten anpreisen.

 

 

Etliche enge Gassen weiter gelangen wir durch ein anderes Tor auf die Ostseite der Altstadt und finden ein Restaurant mit Blick auf den Hafen, die Stadtmauer und die Dächer der Altstadt. Wir essen gemütlich im Schatten der Bäume des Restaurantgartens, bevor wir uns auf den Weg zurück Bus machen.

 

 

Auf dem Schiff erwartet uns das übliche Programm: Faulenzen, Lesen, Abendessen, abendliches Entertainment, Absacker in der „Ocean Bar“.

 

 

 

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Mittelmeerkreuzfahrt: Die AIDA

 

Das System AIDA ist die Demokratisierung der Kreuzfahrt. Eine Mischung aus Traumschiff und Pauschalurlaub. Die Welt an Bord eines AIDA Kreuzfahrtschiffes ist so komplett wie die Insel im Buch „Die Insel der Milliardäre“ von Jules Verne, das Volk an Bord so Bodenständig und breit gefächert wie in einem IKEA an einem Samstag Nachmittag.

 

Auf die ca. 1.200 Gäste kommen mindestens noch mal 390 Besatzungsmitglieder, die für einen komplett reibungslosen und unterbrechungslos unterhaltsamen Erholungs-, Abenteuer-, Sport- oder Kultururlaub sorgen.

 

Denn die AIDA bietet für fast jeden Geschmack etwas. Ein paar Beispiele:

 

Für die partywütigen Gäste finden auf dem Pooldeck abends öfters Parties statt, in der „Anytime Bar“ am Heck des Schiffes sorgt ein DJ bis zwei oder drei Uhr morgens für Tanzbeschallung.

 

 

Im Kontrast dazu stehen zum Beispiel die „Hemingway Lounge“, eine Bibliothek, in der man gemütlich lesen kann, sowie die „Ocean Bar“, die zwei Decks unter der „Anytime Bar“ eine lauschige Athmosphäre kurz über dem rauschenden Kielwasser des Schiffes bietet.

 

 

Für alle, die kein „entweder-oder“ mögen, bietet die AIDA Bar täglich wechselnde Cover-Bands an, die von A bis Z alle Musikrichtungen spielen können, dabei aber alles gleich klingen lassen. Die ganz schrägen Vögel können sich in der „Nightflight Bar“ bei dem von einer Olivia-Jones-inspirierten „Dame“ angebotenem Karaokeprogramm die Stimmbänder malträtieren.

 

Die Ausfüge und Entertainmentangebote sind ähnlich breit gefächert. Für sportlich aktive Gäste werden Tauchkurse und –ausflüge, sowie Radtouren quer durch’s Umland der jeweiligen Häfen angeboten. Kultur-interessierte können Führungen durch die Städte oder Sehenswürdigkeiten der Hafenregion wahrnehmen. An Bord ist es ähnlich: Fitness- und Yogakurse laufen parallel zu Kunstauktionen und Theatervorführugen.

 

Neben den organisierten Ausflügen gibt es noch jede Menge kleinere Aktionen. So steht der Kapitän der versammelten Meute Rede und Antwort zu allen möglichen Fragen zur Nautik – wobei auch persönliche Fragen beantwortet werden („sind sie verheiratet?“). Oder Vorträge zum Stoffwechsel und wie man seinen Kalorienverbrauch optimieren kann.

 

So können Menschen mit komplett unterschiedlichen Interessen den AIDA Urlaub diametral unterschiedlich erleben. Manche der Schiffe sind so groß, dass diese beiden Menschenschläge sie niemals begegnen würden.

 

 

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Mittelmeerkreuzfahrt: Seetag

 

Der vierte Tag ist ein Seetag. Die gibt es hin und wieder, wenn zwei Häfen zu weit von einander entfernt sind. Außerdem spült das (steuerfreie) Geld in die Kassen der AIDA, denn die Leute geben den ganzen Tag auf dem Schiff Geld aus, statt auf den Landgängen.

 

 

An Seetagen finden sehr viele Veranstaltungen auf dem Schiff statt. Eine Kunstauktion, eine Veranstaltung mit Antworten des Kapitän auf nautische Fragen seitens der Meute auf dem Pooldeck und vieles andere mehr.

 

 

Ansonsten sind diese Seetage nicht sehr ereignisreich, aber sehr erholsam.

 

 

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Mittelmeerkreuzfahrt: Kreta

 

Mit unserem Besuch von Heraklion, sowie dem Palast von Knossos und der künstlichen Stadt von Apolithos betrete ich zum ersten mal seit bestimmt 30 Jahren griechischen Boden.

 

Wir fahren in einer größeren Gruppe zum Palast von Knossos und ich bin zum ersten Mal seit langen Teil einer typischen Pauschaltouristen Reisegruppe, die in solchen Sehenswürdigkeiten als großer Pulk wie eine Schafherde durch die Ruinen mäandert und alles blockiert. Genau das, was ich auf meinen anderen Reisen immer gehasst habe. Man hört auch den einen oder anderen Touristen kopfschüttelnd „das sind die von der AIDA“ sagen. Es ist mir etwas unangenehm, aber es lässt sich auch nicht ändern. Bei den folgenden Stationen werden wir unabhängig von irgendwelchen AIDA Gruppen alleine die Altstädte und Sehenswürdigkeiten erkunden.

 

Die Ruine des Palast von Knossos ist ein gutes Beispiel für unglaublich viel Geschichte, von der man leider nur noch wenig bis gar nichts mehr sieht. Die gesamte Ruine besteht aus Mauerresten nicht höher als ca. 1 Meter bis maximal 1,80 Meter. Einige Gebäudeteile sind im 19. Jahrhundert von einem Engländer phantasievoll nachgebildet worden – ob das aber so stimmt oder nicht, weiss man nicht genau. Interessant ist die Tatsache, dass der Palast und auch die Stadt rundherum zur Kultur der Minoer gehörte, ca. 3.000 bis 2.000 vor Christus. Die Schrift der Minoer ist bis heute nicht entziffert worden, weswegen man nur wenig über diese Kultur weiß.

 

 

 

 

Wir sehen einige Ruinenteile, die uns als Thronsaal, Gemächer und ähnliches beschrieben werden – es sieht jedoch alles gleich aus. Viereckige Mauerreste, alleine die Phantasie ermöglicht es uns, den ursprünglichen Zweck zu erkennen. Nur im  Thronsaal steht angeblich der antike Thron. Sowieso sind alle interessanten Fundstücke aus der Ruine im Museum ausgestellt, das wir allerdings nicht besuchen und somit die interessantesten Dinge nie sehen werden.

 

 

Wir verbringen lange Zeit im Palast von Knossos in der Sonne und sind froh, als es endlich weiter geht zum künstlichen Dorf von Apolithos. Dieses Dorf wurde erst in den 1970ern gebaut, um wie ein ursprüngliches kretisches Dorf auszusehen. Warum das gemacht wurde, erklärt man uns nicht. Das Dorf hat 2-3 kleine Gassen an denen kleine Häuser gesäumt sind. In einem der Häuser befindet sich ein kleines Museum mit Kleidung und Alltagsgegenständen. Ansonsten gibt es in dem Dorf noch ein angeschlossenes Hotel und ein kleines Restaurant, in dem wir eine Stunde lang sitzen, auf die Rückfahrt warten und einen Schnaps angeboten bekommen. Das Restaurant ist wunderschön überschattet durch ein dichtes Laubwerk von Bäumen und hat einen sagenhaften Blick über die gesamte Ebene unterhalb des kleinen Dorfes.

 

 

 

Am Ende der Tour lassen wir uns in Heraklion absetzen und wandern eine Fussgängerzone rauf und runter, in der man sich sehr stark auf Touristen wie uns spezialisiert hat. Nur Souvenirläden und Restaurants. Gegen Ende unseres Spaziergangs besuchen wir noch eine Kirche, danach geht’s zurück auf’s Schiff.

 

 

Wir genießen ein wenig die Whirlpools auf dem Schiff, trinken dabei gemütlich Cocktails und bleiben am Ende des abends bis viel zu spät in der „Anytime Bar“ am Heck des Schiffes.

 

 

 

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Mittelmeerkreuzfahrt: Rhodos

 

Schon bei der Buchung der Reise hatten meine Brüder und ich beschlossen, mindestens einen Tauchausflug mitzumachen. Wir hatten uns für Rhodos entschieden, da der Tauchausflug sehr interessant beschrieben war, die Stadt Rhodos jedoch nicht.

 

Damit ist fast der ganze Tag eng durchgetaktet Wir müssen schon um 9 Uhr morgens zum Diving Center um die Formalitäten für den Tauchausflug zu erledigen. Um 9:30 Uhr gehen wir mit unseren Schwimmwesten für die obligatorische Sicherheitsübung an Deck zum Durchzählen. Gegen 10 Uhr nehmen wir unsere Tauchausrüstung entgegen und ziehen den Neoprenanzug und das Jacket probeweise an. Christian und ich verfolgen um 11 Uhr das Anlegemanöver in Rhodos während Alex, Natia und meine Eltern einen Vortrag über Stoffwechseloptimierung anhören. Um 12 Uhr gehen Christian und ich mit der gesamten Tauch- Schnorchel- und Badegruppe von Bord und fahren mit einem Bus zu zwei Buchten ca. 15 Minuten von der AIDA Anlegestelle entfernt.

 

Die Tauchbucht ist sehr schmal, der Strand ist nur ca. 7 Meter lang, aber halb Rhodos scheint hier baden zu wollen.

 

 

Wir ziehen einen 7mm Langärmel-Neopren an, was in der heißen Sonne von Rhodos wahnsinnig erscheint, später im Wasser aber ganz angenehm warm hält. Die Unterwasserwelt in dieser Bucht ist nicht sehr spektakulär. Das einzig faszinierende, was wir zu sehen bekommen ist eine Seenadel – ein Fisch, der wie Seegras aussieht und fast nicht zu entdecken war – sowie eine Grotte, durch die wir hindurchgetaucht sind.

 

 

Der Rest sind wenig bewachsene Felsen und Sandplacken. Wenige und wenn dann nur kleine Fische haben die Bucht bevölkert. Vielleicht verständlich bei so vielen Badegästen und Motoryachten, die in dieser Bucht die Sonne genossen.

 

Nach zwei Tauchgängen in der ersten Bucht gehen wir in der Nachbarbucht in ein Restaurant und warten dort 2 Stunden zusammen mit den AIDA Tauchlehrern auf die Abfahrt des Busses.

 

Den Abend lassen wir auf der „Anytime Bar“ Terrasse am Heck ausklingen, auch wenn es dort ständig sehr windig, fast ein wenig zu windig ist.

 

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Mittelmeerkreuzfahrt auf der AIDA: Anreise

 

Diese Reise mit der „AIDA aura“ steht voll und ganz unter dem Zeichen einer Familienreise. Nicht nur ist mein Bruder Christian mit dabei, der mich schon bei vielen anderen Reisen begleitet hat, sondern auch mein Bruder Alexander plus Ehefrau Natia sowie meine Eltern Wolfgang und Carola.

 

Unsere Reise beginnt am Sonntag, 24. August am Hamburger Flughafen mit einer Urlaubsmaschine von Airberlin. Warum Urlaubsmaschine? Nicht nur sahen alle Fluggäste nach Urlaub aus, es wurde nach der Landung sogar geklatscht. Das passiert nicht bei einem normalen Airberlin Linienflug von Hamburg, nach, sagen wir mal Köln. In Antalya angekommen durchlaufen wir einen mehrstufigen Einreise- und Eincheck-Prozess. Es geht mit einer langen Schlange an der Passkontrolle im Flughafen los, gefolgt von einer halbstündigen Bustour durchs nächtliche Antalya, sowie dem Einchecken im Fährterminal bei der „AIDA aura“ selbst. Die AIDA Crew speichert alle Daten aus dem Reisepass inkl. Foto und übergibt die Borkarte, die für alles weitere der einzige Ausweis und Zahlungsmittel bleiben wird.

 

 

Wir kommen erst spät an Bord, gegen 20:30 Uhr. Es bleibt gerade noch Zeit, im Calypso Restaurant, eines von zwei Buffetrestaurants an Bord, etwas zu essen und dann auf dem Sonnendeck das Ablegen und die Ausfahrt zu genießen. Wie immer bei den AIDA Schiffen wird die Ausfahrt von dem Song „Sail away“ begleitet, oder wie die Crew es hier ausspricht: „Selaweh“.

 

Die AIDA Crew gibt sich sichtlich Mühe, die erste Ausfahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Erst gibt die Stage-Musical-geschulte Gruppe eine Tanz- und Gesangsdarbietung auf der Bühne des Pooldecks, danach flackert eine spektakuläre Lasershow kreuz und quer über das Pooldeck.

 

Wir verbringen noch ein wenig Zeit auf dem Pooldeck und ziehen zum Abschluss des abends zur „Anytime Bar“ weiter. Da für Christian und mich der nächste Morgen schon früh mit einem Tauchausflug beginnen wird, gehen wir relativ früh zu Bett.

 

 

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Der nächste Urlaub: eine Mittelmeer Kreuzfahrt.

 

Die nächste Reise steht an. Ab Sonntag geht es für 1 Woche zum Mittelmeer. Wir fahren mit der AIDA Aura von Antalya über Rhodos, Kreta, Dubrovnik, Zadar nach Venedig.

 

Aida Kreuzfahrt

 

Es ist das erste Mal für mich, auf einer so langen Kreuzfahrt durch die Gegend zu schippern. Es wird eine interessante Mischung aus Sightseeing schöner Altstädte, Cluburlaub und Tauchurlaub werden.

 

 

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Letzter Tag in Sambava und Rückreise

 

Nachdem alle Exporteursbesuche abgehakt sind und wir auch die Vanilleplantage besichtigt haben, stellt sich uns die Frage, wie wir die restliche Reise bestreiten. Es ist etwas kniffelig, denn die ursprüngliche Planung sah vor, dass wir via Antananarivo nach Nosy Be fliegen, eine wunderschöne kleinere Insel nordöstlich von Madagaskar. Von da aus sollte es mit einer Fähre nach Ambanja weitergehen, wo der Geschäftspartner meines Onkels eine Kakaoplantage hat.

Der Wetterbericht sieht für die nächsten Tage allerdings sehr viel Regen voraus, sodass Nosy Be und Ambanja sehr trist und langweilig werden können. So beschließen wir, nicht nach Nosy Be zu fliegen.

Wir müssen den Flug nach Antananarivo jedoch definitiv antreten, da es von Sambava oder Antalaha in den nächsten Tagen keinen Flug mehr geben wird, den wir nehmen können.

Da Antananarivo als Stadt allerdings auch nicht sehr interessant ist und auch die Umgebung wenig bietet, treffen wir die Entscheidung, diese Reise nach bereits 4 Tagen zu beenden.

Wir fahren noch zu zwei Exporteuren, teils um zum letzten Mal Vanille zu begutachten, teils um Muster für später abzuholen und drehen zeitgleich eine weitere Runde durch den Ort.

Mittags essen wir bei dem Geschäftspartner meines Onkels zu Mittag. Wir können unseren Flug nicht verpassen, denn wir müssen uns erst vom Mittagstisch erheben und zum Flughafen fahren, wenn wir das Flugzeug landen hören. Außerdem, so sagt man uns, wisse der Pilot, dass er nicht ohne uns losfliegen dürfe. Immer wieder interessant, was die Beziehungen des Geschäftspartners alles ermöglichen.

In Antananarivo kaufen wir noch ein paar Souvenirs auf einem Touri-Markt und schlagen ein paar Stunden im traditionellen Hotel Colbert tot, in dem schon meine Großeltern in den 1960ern übernachtet haben. Dann treten wir die Rückreise nach Paris an und 4 intensive Tage auf der Insel der Vanille finden ihr Ende.

 


 

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Sambava und die Vanille Plantage

 

(Kurz vorab: Die letzten Tage waren sehr ereignisreich und angefüllt mit wenig Zeit für Arbeit am Computer, gleichzeitig war das WLAN fast überall sehr bescheiden. Daher werden diese Blogposts der letzten 2 Tage erst fertig, als wir schon längst wieder in Hamburg sind.)

 

Wir frühstücken bei Marie Helene und Bernd. Anschließend führt uns Marie Helene durch ihren Garten hinter der Apotheke sowie durch die Zahnarztpraxis. Bernds Zahnarztpraxis ist im Haus nebenan, das auch den beiden zu gehören scheint. Seine Praxis ist in ganz Madagaskar berühmt, teilweise reisen die Patienten aus anderen Städten an, um sich bei ihm Prothesen machen zu lassen, das ist sein Spezialgebiet.

 

Heute besuchen wir nur noch einen Exporteur. Mein Onkel kennt ihn schon seit 40 Jahren, die beiden sind ebenfalls gute Freunde. Dieser Exporteur exportiert fast ausschließlich schwarze Vanille und lässt die Vanille von ca. 60 bis 80 Arbeiterinnen auf Kacheltischen sortieren, was für hiesige Verhältnisse sehr fortschrittlich, aber auch sehr untypisch ist. Meistens werden die Vanilleschoten auf Leinentüchern sorgiert.

 

 

 

Gegen Mittag fahren wir die 80km zurück nach Sambava. Kurz vor Sambava werden wir von der Polizei angehalten. Der Polizist verlangt nach den Autopapieren, die wir zwar dabei haben, es aber nicht wissen. Mein Onkel erklärt, dass das Auto seinem Geschäftspartner, den jeder in Sambava kennt, gehört und der Polizist ruft ihn an und verlangt, dass mein Onkel mit seinem Geschäftspartner spricht.

 

Der Polizist hat Humor, denn als mein Onkel sagt: „der Polizist hat gesagt, dass er mich ins Gefängnis stecken will“, ruft der Polizist erschrocken „das habe ich gar nicht gesagt“ und wir alle lachen.

 

Letztendlich will der Polizist nur Geld haben, das weiß mein Onkel schon als der Polizist uns angehalten hat, denn es ist anscheinend jedes Mal dasselbe. Er zählt 10.000 von der lokalen Währung ab (ca. 4 Euro) und gibt sie ihm.

 

Am Nachmittag fahren wir auf eine Vanille Plantage. Die letzte Station dessen, was wir unbedingt in Madagaskar sehen wollten.

 

Um zur Plantage zu gelangen müssen wir mit einem Offroad tauglichen Allrad Fahrzeug fahren, denn es ist eine abenteurliche Piste hoch in den Busch, oberhalb von Sambava. Es geht über steile, vom Wasser in Furchen gewaschene Wege, anfangs fahren wir über eine sehr wackelige Brücke aus Holzbohlen über einen kleinen Fluss.

 

 

Die Plantage ist ein ca. 60 Hektar großes Grundstück mitten im madagassischen Busch und gehört dem Bruder des Geschäftspartners meines Onkels. Dort baut er neben Vanille auch noch Gewürznelken, Zimt, Zitronengras, Pfeffer, Kaffee und vieles mehr an. Alles wächst hier und da, man hat das Gefühl es ist ein totales Durcheinander. Ein ganz normaler Dschungel eben.

 

 


Wir sehen Treibhäuser, die aus Palmenwedeln gemacht sind, in denen kleine Ebenholzbäume, Palisanderbäume und ähnliches gezüchtet werden. Auch ein Wespennest an einem kleinen Zweig finden wir auf unserem Weg, beinahe wären wir dagegen gekommen.

 

 

Zwischendrin gibt es immer wieder Flächen, auf denen sehr viele Vanille Pflanzen wachsen. Die Lianen ranken an Bäumen oder Buschpflanzen hoch – oder einfach nur auf Stöcken, die die Bauern in den Boden gerammt haben. Es sind keine geordneten Reihen wie auf einem gepflegten Deutschen Acker, sondern unregelmäßig alle 1-2 Meter eine Liane, die sich ca. 1 Meter bis 1,70 Meter hochschlängeln.

 

 

Es ist die Zeit, in der die grünen Vanilleschoten wachsen und gedeihen. Daher ist der viele Regen, den es in diesen Tagen im März gibt, sehr gut für die Vanille. Es wachsen viele lange und dicke Schoten an den Lianen.

 

 

 

Während wir durch den Busch laufen, werden wir von drei der Bauern unseres Bekannten begleitet, die teilweise Barfuss laufen! Einer von ihnen, relativ jung, hat eine Machete dabei und zeigt uns erst, wie man die Rinde vom Zimtbaum entfernt, um Zimt zu gewinnen, später öffnet er sehr geschickt Kokosnüsse, aus denen wir das Kokosnusswasser trinken, was sehr erfrischend ist.

 

 

Nur zwei Minuten, nachdem wir ins Auto einsteigen, um zurück nach Sambava zu fahren, fängt der übliche nachmittägliche heftige Regenguss an, den es in der jetzigen Regenzeit häufiger gibt. März ist der Monat mit der höchsten Regenmenge des Jahres.

 

Abends sind wir bei einem der Exporteure eingeladen, der ein sehr amerikanisch anmutendes Haus direkt am Meer im Süden von Sambava bewohnt. Wir sitzen auf der riesigen Terrasse, das Meer bereite in ca. 20 Metern Entfernung eine angenehme Rauschkulisse. Nach einem weiteren 3 Gänge Menü – wir bekommen überall immer mindestens 3 Gänge kredenzt – kehren wir ins Hotel zurück.

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