Archiv für Dezember 2017

Havanna – Pooltag und Silvester

Nachdem wir die ersten zwei Tage mit die ersten Touren ein wenig in den Urlaub gestolpert sind, gönnen wir uns einen Pooltag im Hotel, um zum ersten Mal richtig auszuspannen.

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Für den Silvesterabend haben wir bereits vor zwei Tagen einen Tisch im Cafe Taberna in der Mitte der Altstadt von Havanna reserviert. Das Restaurant liegt direkt an der Plaza Vieja. Die Alternative wäre eine Party in unserem Hotel gewesen, zumindest wurde uns das von einer lokalen Reiseleiterin vorgeschlagen. Unsere Entscheidung war jedoch goldrichtig, der Abend in dem Restaurant und in der Altstadt war fantastisch.

Angefangen mit einer Oldtimerfahrt vom Hotel zum Restaurant. Eigentlich so gar nicht beabsichtigt, denn wir hatten ein normales Taxi im Voraus gebucht, dass uns hinfahren und, noch viel wichtiger, auch wieder abholen sollte. Aber die Verwirrung unter den Hotelangestellten sorgte dafür, dass wir einen anderen Taxifahrer bekamen, der zudem mit einem sehr gut erhaltenen Chevrolet unterwegs war.

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Da wir etwas zu früh beim Restaurant ankamen (typisch Deutsch) und die Kellner noch am eindecken waren, sind wir ein wenig über die Plaza Vieja gelaufen und haben uns von der wunderschönen Abendstimmung der Altstadt einfangen lassen.

Im Restaurant essen wir ein 3 Gänge Menü, gegen 22:30h beginnt das Highlight des Abends: eine kubanische Band zumeist älterer Herren, im Stil des Buena Vista Social Club. Einige sehen aus, als wären sie schon zu Zeiten der Revolution alte Herren gewesen. Das tut der Musik jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil. Wunderschöne kubanische Musik, wir sind begeistert.

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Um 12 Uhr ist abrupt Schluss. Der Chefkellner verkündet, dass das neue Jahr angebrochen ist, die Leute wünschen sich ein frohes neues Jahr und entschwinden relativ schnell auf die Straße.

Wir haben mit dem Taxifahrer verabredet, dass er uns um 12:30h wieder an derselben Kreuzung abholt, wo er uns abgesetzt hat und gehen über die Plaza Vieja und die angrenzenden Gassen zurück. Zwischendurch prüfen wir sorgfältig, ob Menschen auf den Balkonen stehen. Denn in Kuba gibt es den Brauch, zur Begrüßung des neuen Jahres Wasser auf die Straße zu kippen. Es ist in dem Zuge mittlerweile zum Volkssport geworden, dumme Touris damit zu ärgern, was wir bereits direkt vor dem Restaurant beobachten konnten.

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Die Fotos des Tages zum Durchblättern:

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Das Viñales Tal – Pinar del Rio

Am zweiten Tag auf Kuba machen wir eine Tour zum Viñales Tal. Zwar haben wir immer noch nicht viel von Havanna gesehen, aber aufgrund der anstehenden Neujahrsfeiertage haben wir nur noch heute die Möglichkeit, diese Tour zu machen. Schon heute werden wir nicht mehr alles zu sehen bekommen, da die Tabakfabriken Samstags geschlossen sind.

Die Fahrt von Havanna nach Viñales dauert ca. 2 Stunden, wobei wir nach einer Stunde einen Zwischenhalt machen. Unsere Reiseführerin scheint noch nicht ganz wach zu sein, denn der Bus wäre beinahe ohne mich und meine Freundin weitergefahren. Ich stand noch in der Schlange zum Baño und meine Freundin draußen vor dem Bus, auf mich wartend. Gottseidank konnte sie noch an eine der Fensterscheiben des Buses klopfen, sodass er wieder anhielt und uns mitnahm. Bei den nächsten Stationen hat unsere Reiseleiterin jedes Mal nachgezählt, bevor wir abgefahren sind.

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Unser 1. Stop: ein fantastischer Ausblick über das Viñales Tal. Wir halten bei einer Aussichtsplattform, die von Touristen überflutet ist. Überall stehen Reisebusse, aber auch Oldtimer-Taxis, mit denen einige auf Tour zu sein scheinen. Dazu spielt eine Band typisch kubanische Musik, mehrere Touristen tanzen dazu. Die anderen drängeln sich am Geländer der Plattform um das Tal zu fotografieren.

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Unser 2. Stop: Eine Tropfsteinhöhle in den Kalksteinfelsen des Viñales Tals.  In dieser versteckten sich Sklaven nach einem Sklavenaufstand. Die Höhle war jedoch relativ unspektakulär. Insbesondere nach den Topfsteinhöhlen, die wir in Georgien gesehen haben. Zum Ende der Höhle mussten wir in einer langen Schlange darauf waren, mit Booten die letzte Etappe zu fahren. Das war dann auch das Interessanteste an der Höhlentour.

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Nach den Höhlentour gibt es Mittagessen: Reis mit schwarzen Bohnen (lecker: mit Kreuzkümmel gewürzt), Huhn/Schwein, Kartoffeln, davor Melone und Gemüse als Vorspeise, danach Milchreis mit Zimt. Das Ambiente ist typisch für Restaurants, die sich auf Touri-Gruppen spezialisiert haben. Das Essen ist aber erstaunlich lecker!

Die vorletzte Station ist der Besuch der Tabakplantage „Maconda“. Da wir sprachlich eine Mischgruppe sind (Englisch/Spanisch) erklärt ein Gespann aus Enkel (Englisch) und Großvater (Spanisch) alles was es über den Tabakanbau und die Zigarrenproduktion zu wissen gibt.

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Zum Abschluss rollt der Großvater vor unseren Augen aus drei Blättern eine Montechristo Nr. 4. Die drei Blätter stammen aus unterschiedlichen Bereichen der Pflanze und haben entsprechen verschiedene Nikotinanteile. Als letztes nutzt er ein kräftiges Blatt für die äußere Schicht. Nun bekommen alle (die wollen) eine Zigarre zum Probieren. Das Mundende wird in Honig getunkt, das sei wie ein natürlicher Filter, erkärt uns der Großvater. Außerdem hat „der Che“ das auch immer so gemacht… und der war ja nicht nur Arzt, sondern hatte auch Asthma. Also dann.

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Achja: Natürlich kann man auch Zigarren kaufen. Lang und breit wird uns erklärt, wie viele man problemlos aus Kuba ausführen darf (50 Stück pro Person, so sagten sie uns).

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Die letzte Station ist ein Berg mit einem überdimensionalen Gemälde. Das die Evolution von Amöben ist zum Menschen zeigen soll. Wir finden: es ist groß, das stimmt, aber ansonsten wenig interessant. Gleichzeitig hat man uns erklärt, dass wir hier eine Piña Colada trinken sollten, was wir auch tun, obwohl es keinen triftigen Grund gibt, ausgerechnet hier eine Piña Colada zu trinken.

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Die Fotos des Tages zum Durchblättern:

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Havanna – Finca Vigía – Auf den Spuren von Ernest Hemingway

Hemingway hat von 1939 bis 1961 auf Kuba gelebt. 1937 hatte er sich in diese Insel verliebt, 1939 ist er ins Hotel Ambos Mundos gezogen und hat dort ein Jahr gelebt, 1940 hat er sich die Finca Vigía gekauft, auf der 20 Jahre verbracht hat. Einige seiner wichtigsten Bücher hat er hier geschrieben, unter anderem „wem die Stunde schlägt“ und „der alte Mann und das Meer“.
Nach seinem Tod haben die Kubaner das Haus in ein Museum verwandelt.

Da ich früher großer Hemingway Fan war und alles von ihm verschlungen habe, ist ein Besuch dieser Finca einer der wichtigsten Meilensteine unserer Kuba Tour. Es ist auch das erste, was wir und in Havanna ansehen, denn aufgrund der Feiertage über Neujahr haben wir nur noch heute die Chance, das Museum anzusehen. Wir fahren also direkt vom Zentrum Havannas mit dem Taxi raus nach San Fancisco de Paula, wo sich die Finca befindet.

Finca Vigia

Hemingway hatte das Haus angeblich nie richtig aufgegeben, sondern war auf Reisen und später in Idaho, wo er sich 1961 das Leben nahm. Viele seiner persönlichen Gegenstände befinden sich also nach wie vor in diesem Haus, was es sehr faszinierend macht. Natürlich kann man nicht erkennen, was wirklich von Hemingway stammt und was die Kubaner eventuell dazudrapiert haben, aber ich schätze, dass es in den letzten 50 Jahren nicht wirklich verändert wurde. Anders das Hotelzimmer im Ambos Mundos. Angeblich hat sich auch dort seit Hemingways Abreise nichts verändert. Das jedoch verwundert, denn es wäre in diesem Fall seit 1939 nicht angefasst worden – eine Zeit in der Hemingway zwar berühmt, aber noch keine Legende war. Den Nobelpreis für Literatur erhielt er erst im Jahre 1954, als er schon lange auf der Finca Vigía lebte.

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Das Haus beinhaltet eine Reihe von faszinierenden Details. Eine alte Brille von Hemingway, seine Stiefel und Uniform, Jagdtrophäen aus Afrika, seine alte Schreibmaschine und eine Bibliothek von 9.000 Büchern. Das mag alles drapiert sein, oder auch nicht. Ich frage mich zum Beispiel, warum er seine Schreibmaschine oder seine Brille nicht mitgenommen hat, wenn er tatsächlich nach Idaho zurückziehen wollte.

Finca Vigia

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Die Möbel stehen aber vermutlich immer noch so in dem Haus, wie er es verlassen hat. Außerdem gibt es im Bad neben der Waage Notizen an der Wand, die zeigen, dass Hemingway all die Jahre akribisch auf sein Gewicht geachtet hat. So kann man zum Beispiel erkennen, dass er 1957 ungefähr 212 Pfund gewogen haben muss.

Arbeitszimmer von Hemingway

Neben dem Haus steht ein Turm. Ganz oben im Turm befindet sich Hemingways Arbeitszimmer. In der Mitte steht ein Schreibtisch, daneben eine Liege und ein Teleskop. Mit dem Teleskop konnte er vermutlich bis zum Meer sehen. Auf dem Schreibtisch befindet sich besagte Schreibmaschine, an der Wand ein Bücherregal. Rundherum befinden sich Fenster, sodass Hemingway beim Arbeiten nach allen Seiten rausschauen konnte.

Pilar

Im Garten der Villa befindet sich ein trockengelegter Swimming Pool und daneben, auf einem ehemaligen Tennisplatz, die Pilar. Zu Lebzeiten von Hemingway lag die Jacht in Cojimar, einem Fischer-Hafen östlich von Havanna. Mit der Pilar ist Hemingway oft zum Hochseeangeln gefahren, was sich im Buch „Der alte Mann und da Meer“ wiedergefunden hat.

 

 

Alle Fotos als Slideshow zum Browsen:

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Ankunft auf Kuba

Kuba ist das aktuelle Urlaubsziel – eine Insel, die ich mit Zigarren, Rum, Fidel Castro, Autos aus den 1950ern und Hemingway verbinde. 2,5 Wochen sind wir auf der Karibikinsel – nach fast 3 Jahren ohne längeren Urlaub ist solch eine Reise dringend wieder nötig.

Der Urlaub wird eine Mischung aus Erholung und Erkundung. Die ersten 5 Tage verbringen wir in Havanna und Umgebung, die weiteren 10 Tage in Varadero und Umgebung. Zwar ist die Halbinsel Varadero bekannt für gelebte Touristeninternierung, die kurzfristige Buchung Mitte Dezember liess jedoch wenig Möglichkeiten einer individuelleren Reisegestaltung zu.

Oldtimer auf Kuba

Die Anreise erfolgt mit KLM via Amsterdam, die Rückreise mit Air France via Paris. Insgesamt jeweils nur ca. 12-13h Flug, was ganz angenehm ist.

Wir kommen  um 18 Uhr Ortszeit an, zusammen mit hunderten anderer Touristen. Der Flughafen scheint etwas überfordert zu sein. Überall stehen Touri-Organisationen um Reisegruppen abzuholen. Nur unseren Abholer können wir nirgends sehen. Daher gehen wir erstmal Geld wechseln – dort hat sich inzwischen eine lange Schlange gebildet.

Auf Kuba gibt es zwei Währungen: Den kubanischen Peso (CUP) und den kubanischen Peso Convertible (CUC). Letzterer ist die Währung, die wir Touristen einwechseln können, zu einem Wechselkurs von 1,15 CUC je 1 Euro.  Damit sind die Preise auf Kuba ähnlich wie in Europa. Der CUP, den nur die Bevölkerung nutzen kann, hat ein Umtauschverhältnis von ungefähr 24 CUP je 1 CUC. Wenn man also in CUP zahlen könnte, wäre das Reisen in diesem Land sehr günstig. Aber die Regierung hält den Wechselkurs künstlich hoch, um an wertvolle Devisen zu kommen.

Nach dem Einwechseln unserer Reisekasse finden wir endlich unseren Guide, der sich schon Sorgen gemacht hat, dass wir verloren gegangen sein könnten.

Mittlerweile ist es dunkel und wir werden über schlecht beleuchtete Straßen zum Hotel gefahren. Hier auf Kuba gelten, wie in vielen dieser Länder, sehr viel laxere Verkehrsregeln. Oder vielleicht ist auch nur die Einstellung zu den Regeln entspannter. Jedenfalls überholen wir viele Oldtimer, die trotz Dunkelheit mit kaum erkennbaren Rücklichtern oder sogar ohne Licht fahren. Einmal muss unser Fahrer sehr abrupt bremsen, weil auf der Überholspur vor uns ein Fahrradfahrer ohne Licht unterwegs ist.

Unser Hotel in Havanna ist das H10 Panorama Hotel. Wir haben es aus einer Hotelsuchmaschine im Internet ausgewählt, weil die Poollandschaft vielversprechend aussah und das Hotel direkt am Meer liegt. Was man nicht sehen konnte: Das Hotel hat schon „Patina“ – sprich ist stark runtergerockt und in die Jahre gekommen. Und: Einen Strand gibt es hier nicht, wir können aber immerhin aus unserem Zimmerfenster den Blick auf das Meer genießen – durch Glasscheiben die anscheinend seit Jahren nicht mehr gereinigt wurden. Die Poollandschaft ist jedoch sehr schön, dort verbringen wir zwischen den Ausflügen etwas Zeit, um ein wenig runterzukommen.

Oldtimer auf Kuba

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