Artikel-Schlagworte: „Stalin Museum“

Gori, Uplisziche und viele Kathedralen.

Vergleichsweise früh geht es heute um 9 Uhr morgens nach Gori, der Geburtstadt von Stalin. Dort befindet sich das Stalin Museum, dessen Besichtigung als erstes auf dem Programm steht.

 

 

Die Ausstellung ist eine reine Glorifizierung Stalins und wurde noch zu Sowjet Zeiten erbaut. Die Georgier tolerieren das Museum stillschweigend, weil es ein Touristenmagnet ist. Lieber noch würden sie gerne in der Nähe ein zweites Stalin Museum eröffnen, in dem man über seine Greultaten lernen kann. Eine sinnvolle Idee, denn das ist würde eher den Stalin zeigen, der die Geschichte geprägt hat. Stattdessen lernt man im jetzigen Stalin Museum Dinge wie die Tatsache, dass er mal mit 15 Jahren Gedichte geschrieben hat…

 

 

Zum Abschluss der Ausstellung kann man in einem dunklen, runden Raum einen Abdruck der Totenmaske von Stalin begutachten. Eine skurrile Präsentation, der Raum war recht schäbig eingerichtet mit billigem, schlecht verlegten Teppich rund um die Maske, innerhalb einer Reihe von eckigen Holzsäulen. Es erinnerte mehr an eine schlechte Geisterbahn auf dem Hamburger Dom als an einen Raum, wo die Totenmaske eines der größten Diktatoren präsentiert wird.

 

 

Überhaupt war die gesamte Ausstellung sehr duster und kalt. Es kam nur wenig Sonnenlicht in die Räumlichkeiten, und es war wirklich schweinekalt. Dazu noch die Geschichte Stalins – es war rundum ein Ort zu Unwohlfühlen.

Draußen konnten wir das Geburtshaus von Stalin besichtigen – man hatte über das kleine, alte Haus aus dem 19. Jahrhundert einen wahren Tempel drübergestülpt. Sehr skurrile Ansicht!

 

 

Zu guter letzt konnten wir den Zugwagon besichtigen, in dem Stalin viele tausend Kilometer quer durch die Sowjetunion zurückgelegt hat.

 

 

Der Rest des Tages stand ganz im Zeichen diverser Kathedralen in dieser Region. Teilweise sehr alt und für die Georgisch Orthodoxe Religion sehr wichtig.

Am spannendsten war die Höhlenfestung Uplisziche. Die „Festung Gottes“ oben auf den Hügeln über einer Tiefebene befand sich ab ca. 1.600 v.Chr. eine Stadt in den in Stein gewaschene Höhlen.

 

 

Einige Bereiche sind sogar aus der Zeit von 3.000 bis 4.000 v.Chr. Man erkennt heute noch Weinkeller, eine Apotheke, eine Bäckerei und die Ruine eines Theaters.

 

 

Auch sehr interessant war die Dshwari Kirche auf dem Berg über der ehemaligen georgischen Hauptstadt Mzcheta. Es ist die älteste Kathedrale in Georgien, wo Nino um 400 n.Chr. ein Holzkreuz auf den Hügel gesetzt hat und um 600 n.Chr. eine Kathedrale über das Holzkreuz gebaut wurde. Der Sockel auf dem Nino das Holzkreuz gesetzt hat ist immer noch in der Kirche zu sehen.

 

 

In der Kirche hatten wir Glück und konnten einer Georgischen Hochzeit beiwohnen. Ein Ritual, bei dem alle Gäste lose verteil in der Kirche herumstehen (es gibt in georgischen Kirchen keine Bestuhlung) und das Brautpaar mit dem Priester ab und an um den Sockel in der Mitte der Kirche herumgehen.

 

 

Vom Berg hat man einen fantastischen Blick auf die Stadt Mzcheta.

 

 

Was man allerdings auch sehen kann: das sehr modern, hübsch-hässliche Gebäude des Polizeipräsidiums. Der Bau dieses Gebäudes ist der Grund dafür, dass der Stadt der Status des UNESCO Weltkulturerbes aberkannt wurde.

 

 

Weitere Kathedralen, die wir gesehen haben:

  • Die Kathedrale Sioni, die zur Zeit leider restauriert und daher komplett von Baugerüsten verdeckt war.
  • Die Kathedrale in der ehemaligen Hauptstadt Mcxeta.
  • Das Samtawro Kirche, wo die heilige Nino einige Zeit gelebt hat.

 

 

Fotos, Tbilisi Umgebung, 08.10.13

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