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Besuch der verbotenen Stadt in Beijing

 

Die verbotene  Stadt in der Mitte von Beijing ist eines der Highlights unserer Reise. Das Areal der verbotenen Stadt ist riesig, misst ca. 750 x 950 Meter und hat hunderte von Gebäuden auf dieser Fläche. Und: genau 9.999,5 Zimmer. Denn nur der Göttliche Kaiser hat einen Palast mit 10.000 Zimmern – die Zahl für Glück und gutes Gelingen.

Bis 1911 war es der Sitz des Kaisers von China und für das Volk nicht zugänglich, daher auch der Name. Im Rahmen der Kulturrevolution Mao’s wäre die Stadt beinahe dem Erdboden gleich gemacht worden. Das konnte verhindert werden, wodurch es jetzt eine lukrative Einnahmequelle für die Beijinger Tourismusbehörde sein müsste.

Da es im Internet sehr viele Quellen zur Geschichte der verbotenen Stadt gibt, verzichten wir an dieser Stelle auf weitere allgemeine Hintergrundinformationen und verweisen lieber auf einen kurzen Artikel in Wikipedia, bzw. einen längeren Artikeln bei Weltenbummeln.de.

Wir erreichen den Eingang gegen Mittag, da wir erst noch den neu eröffneten größten Apple Store Asiens (keine 100 Meter von unserem Hotel) besuchen und bei Starbucks frühstücken wollten.

Die Menschenmassen, die sich durch das Tor des Himmelsfriedens schieben, sind beeindruckend. Leider wird es für den restlichen Tag nicht viel besser. Es fühlt sich an, als hätte ein Großteil der 1,3 Milliarden Chinesen beschlossen, ausgerechnet heute die verbotene Stadt zu besuchen.

 

 

Der Eingang zur verbotenen Stadt, das Mittagstor, befindet sich ca. 150 Meter hinter dem Tor des Himmelsfriedens. Dort kauft man ein Ticket (60 Yuan) und kann sich einen Automatic Audio Guide mieten (40 Yuan). Letzteres ist sehr empfehlenswert, denn die Geräte sind GPS gesteuert und springen automatisch an, wenn man einen neuen Punkt erreicht hat, bzw. verstummen auch wieder, wenn man weitergeht – oder springen direkt (teilweise mitten im Satz!) zum nächsten Punkt weiter. Auf der einen Seite des Gerätes gibt es eine Karte der verbotenen Stadt, Routenvorschläge, sowie blinkende Lämpchen, die uns zeigen, was wir noch nicht gesehen haben. Dadurch hat man es selbst in der Hand, wie schnell man in welcher Reihenfolge durch die riesige Anlage geht. Kommt uns sehr entgegen, da wir oft den Touristenschafherden ausweichen müssen.

 

Die Halle der höchsten Harmonie:

 

Wir gehen zuerst entlang der Längsachse durch die drei Hallen der Harmonie, quasi in der Reihenfolge „abnehmender Harmonie“. Denn die erste Halle, der Thronsaal, wie man es in Europa nennen würde, ist die Halle der höchsten Harmonie, die dahinter die Halle der Harmonie der Mitte, dahinter wiederum die Halle der Harmoniebewahrung.

 

Die großen Kessel überall auf dem Gelände sind „Hydranten“ und waren voll mit Wasser für den Fall eines Brandes.

Die Dachziegel sind zwar nicht vergoldet, aber immerhin in der Farbe des Kaisers: Gelb.

 

Am nördlichen Ende der verbotenen Stadt gelangen wir in den kaiserlichen Garten, eine lauschige Fläche (wenn die anderen Touristen nicht wären) mit Steinformationen, Bäumen und Gebäuden, in denen sich angeblich die Kaiser zurückzogen, um Gedichte zu schreiben.

 

 

Hinter dem Garten folgt nur noch der Ausgang, sodass wir uns auf den Weg durch die Gebiete östlich und westlich der zentralen Achse des Palastes machen. Dort befinden sich viele Gebäude, wo die Mutter des Kaisers, die Konkubinen, und etliche andere gelebt haben. Die einzelnen Bereiche sind durch extrem hohe Mauern mit Gassen dazwischen von einander abgetrennt, schwere Toren verhindern den Durchgang. Insofern sieht dieser Teil wirklich ein wenig aus wie eine Stadt.

 

 

Wir können in diesem Blogpost nicht auf alle Einzelheiten eingehen, die wir im Verlauf gesehen haben. Es war alles viel zu beeindruckend. Die meisten Bilder aus der verbotenen Stadt befinden sich in der Galerie, die wir – wie immer – kurz zuvor gepostet haben. Heute lohnt es sich ganz besonders, dort weiterzustöbern, da wir nur einen winzigen Bruchteil an Fotos in diesem Blogpost eingebunden haben.

Die verbotene Stadt ist wahrlich beeindruckend, es macht Spaß sich zu überlegen, wie Kaiser, Familie und Gefolge hier gelebt haben müssen. Es wäre vermutlich noch einfacher sich all das vorzustellen, wenn der Palast nicht so wahnsinnig überfüllt gewesen wäre. Die Massen, die sich hier durchschieben, sind unvorstellbar – und das sind alles nur Asiaten, vermutlich sogar hauptsächlich Chinesen. Wie soll das erst werden, wenn der internationale Tourismus in China noch weiter zunimmt, wie es unweigerlich der Fall sein wird?

Ein Wort noch zu der Zeit, die man sich nehmen sollte: wir sind eher schnell durch die verbotene Stadt gegangen, habe nicht überall angehalten und dennoch 2,5 Stunden gebraucht – und wir haben noch nicht mal alles gesehen! Große Teile wie z.B. die Treasure Gallery haben wir ausgelassen, da wir unsere Runde falsch geplant hatten und dann um 16 Uhr vor verschlossenem Ticketschalter standen. Insofern sollte man für eine gesamte Begehung mindestens 3 bis 3,5 Stunden einplanen. Wenn man sich alles im Detail ansehen will, sollte man besser einen ganzen Tag einplanen. Es gibt ausreichend Touri-Shops, Restaurants und Cafés, wo man einen Augenblick verweilen und Kraft tanken kann.

 

 

Beijing, Fotos vom 20.10.

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